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Concorde

Übersicht

Concorde Prozeß noch nicht zu Ende

0064-redo.png News 07.03.2012

Zwei Jahre nach Prozeß-Ende um die Schuldfrage des Concorde-Absturzes vom 25.07.2000 nahe Paris geht Continental Airlines in die Berufung. Die Richter waren der Auffassung, daß eine beim Start verlorene Titanlamelle einer Continental DC-10 die Katastrophe auslöste. Dem Überschalljet platzte ein Reifen des Hauptfahrwerks, Reifen-Teile durchschlugen einen Tank, auslaufendes Kerosin geriet in Brand. Die Cockpit-Crew des Air France Fluges 4590 versuchte verzweifelt Höhe zu gewinnen. Es gelangt nicht. Der Überschalljet stützte wie ein Feuerball auf ein Hotel in Flughafennnähe, 113 Menschen starben.  

Trotz teurer und aufwendiger Modernisierung nach dem einzigen Crash war  das Ende der Ära Concorde besiegelt. Die verbliebenen 12 "Donnervögel" von Air France und British Airways wurden ein knappes Jahr nach dem Unfall endgültig aus dem Verkehr gezogen.  Zu alt, zu teuer, zu laut.

Die Richter verurteilten im Haupt-Prozeß einen Continental-Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe, Continental selbst zu einer Million Euro Schadensersatz. Als Nebenkläger im Berufungsverfahren wurden Air France und EADS (Rechtsnachfolger des Herstellers Aérospatiale) zugelassen. Die Frage einer Mitschuld von Continental Mechanikern und auch von Aérospatiale-Ingenieuren ebenso wie das für die Zulassung zuständige nationale Luftfahrtamt DGAC soll erneut erörtert werden.

© 
H. Breuer

Concorde soll wieder abheben


News 31. Juli/01. August 2010

Erste Triebwerkstests

Französische und britische Concorde-Enthusiasten wollen das Überschallflugzeug Concorde (Aérospatiale-BAC Concorde 101/102) wieder in die Luft bringen - wenn auch nur für Sonderflüge. Erste Triebwerkstests am Wochenende verliefen erfolgreich.

Zehn Jahre nach dem Absturz der Concorde sind die Chancen auf einen erneuten Flugbetrieb mit dem Überschallflugzeug deutlich gestiegen. Ein Test von französischen Luftfahrtexperten an einem der vier Triebwerke sei am Samstag erfolgreich verlaufen, sagte der Vorsitzende der britischen Gruppe «Rettet die Concorde» (SCG), Ben Lord, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Das Triebwerk sei in ausgezeichnetem Zustand. In den kommenden Wochen sollen die restlichen drei Triebwerke überprüft werden. In einem nächsten Schritt würde eine Fahrt auf dem Rollfeld getestet, bevor die am Flughafen Paris-Le Bourget beheimatete Maschine mit dem Kennzeichen F-BTSD überhaupt abhebt. «Es gibt keinen technischen Grund, warum das Flugzeug nicht wieder fliegen kann», sagte Lord.


Sonderflug zu Olympia 2012 geplant
Neue Flüge sind laut SCG jedoch nur für kulturelle Zwecke geplant. Die Gruppe hofft, dass die Maschine zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2012 in London fliegt. Mehrere Firmen, die an der Entwicklung und dem Betrieb der Concorde beteiligt waren, wollen das Projekt von SCG und der französischen Gruppe Olympus 593 laut Lord unterstützen. Etwa 17 Millionen Euro müssten investiert werden.

Die beiden Betreiber des Überschallflugzeugs, British Airways und Air France, hatten den Betrieb vor sieben Jahren eingestellt. Drei Jahre zuvor war eine Concorde erstmals in ihrer 27-jährigen Geschichte abgestürzt.

Weitere Informationen:
http://www.save-concorde.com

Quelle: airliners.de

Technische Daten

Aérospatiale-BAC Concorde 101/102

Fahrwerk
Hauptfahrwerk von Messier-Hispano mit Zwillingsrädern sowie Dunlop-Carbon-Scheibenbremsen mit SNECMA-SPAD-Antiblockiersystem-Einheiten
Höchstgeschwindigkeit
Mach 2,2 - entspricht 2.690 km/h in 20.000 m Höhe (über dem Meer) und 2.336 km/h in 15.000 m Höhe
Reisegeschwindigkeit
2.179 km/h
Flughöhe bis zu 18.000 m
Reichweite bei maximaler Beladung 6.667 km
Leermasse 78.900 kg
Maximales Startgewicht 185.000 kg
Maximales Landegewicht 111.130 kg
Spannweite 25,50 m
Länge 62,10 m
Sitzplätze 100 (British Airways); 92 (Air France)
Tankvolumen 119.500 Liter
Kraftstoffverbrauch 25.680 Liter/h
Startstrecke 3.600 m
Landestrecke 2.200 m


Verbleib: Air France Concorde

Verbleib der Concorde Flotte
Nr.
Kennzeichen
Flugstunden
Ort Land
001
F-WTSS (Prototyp)    812
Musée de l'Air et de l'Espace am Flughafen Le Bourget Frankreich
101(02) F-WTSA (Vorserie)     656
Flughafen Paris-Orly Frankreich
201 F-WTSB     909 Aerospatiale Headquarters Toulouse Frankreich
203 F-BTSC (F-WTSC) 11.989 Absturz am 25. Juli 2000 bei Gonesse nach dem Start vom Flughafen Charles de Gaulle, Paris Frankreich
205 F-BVFA 17.824 National Air and Space Museum, Washington Dulles International Airport USA
207 F-BVFB 14.771 Auto- und Technikmuseum Sinsheim Deutschland
209 F-BVFC 14.332 Airbus Headquarters Toulouse Frankreich
211 F-BVFD   5.821 1994 in Le Bourget bei Paris zerlegt Frankreich
213 F-BTSD (F-WJAM) 12.974 Musée de l'Air et de l'Espace, Flughafen Le Bourget Frankreich
215 F-BVFF (F-WJAN) 12.420 Flughafen Charles de Gaulle, Paris Frankreich

Verbleib British Airways Concorde

Verbleib der Concorde Flotte
Nr.
Kennzeichen
Flugstunden
Ort Land
001 G-BSST (Prototyp)    836 Royal Naval Air Station Yeovilto England
101(01) G-AXDN (Vorserie)    575 Imperial War Museum Duxford England
202 G-BBDG  1.282 Brooklands Museum England
204 G-BOAC 22.260 Manchester Airport England
206 G-BOAA 22.786 Museum of Flight Edinburgh Schottland
208 G-BOAB 22.297 Flughafen London-Heathrow England
210 G-BOAD 23.397 USS Intrepid Air and Space Museum, New York USA
212 G-BOAE 23.376 Flughafen Grantley Adams Barbados
214 G-BOAG (G-BFKW) 16.239 Museum of Flight Seattle USA
216 G-BOAF (G-BFKX) 18.257 British Aerospace Headquarters Filton England

Legende der Luftfahrt

Triumph und Fiasko - Concorde - eine Legende der Luftfahrt
Sie bleibt für immer eine Legende der Luftfahrt. Manche nannten sie "Donnervogel", andere sprachen vom "fliegenden Kugelschreiber" oder sogar von einer "Königin der Lüfte". Vor 40 Jahren, am 2. März 1969, begann eines der aufregensten Kapitel der Luftfahrt-Geschichte: das Überschallflugzeug Concorde startete im französischen Toulouse zu ihrem 29 Minuten langen Jungfernflug. Gut einen Monat danach, am 9. April, folgte der Erstflug des britischen Prototypen.

Concorde - Überschalljet zwischen Faszination und Luftverschmutzung
Der elegante weiße Deltaflügler Concorde war von Anfang an ein Zankapfel, er flog gegen den Zeitgeist. Ein wirtschaftliches Debakel folgte. Für viele Millionen Menschen war das 62,10 Meter lange Flugzeug mit seiner Spannweite von nur 25,55 Metern und einer Höchstgeschwindigkeit von Mach2 (2405 Stundenkilometern) faszinierende Technik pur. In nur gut 3 Stunden über den Altlantik, Champagner und Delikatessen inclusive. Millionen Menschen vom Star und Politiker bis zum Manager und Otto-Normalverbraucher träumte davon, einmal mit dem legendären Überschalljet fliegen zu dürfen. Andere sahen in der Concorde den enormen Treibstoffverbrauch und den extremen Lärm, den sie beim durchbrechen der Schallmauer verursachte.  So lag der Kerosinverbrauch auf der Strecke Paris-New York bei 17 Litern pro 100 Passagierkilometern. Ein moderner Airbus der Serie A320 benötigt eine Zehntel der Menge und das Riesenflugzeug Airbus A380 benötigt ca. drei Liter Treibstoff pro Passagier auf 100 Kilometer. Während der ersten Ölkrise der siebziger Jahre wurde deshalb manche Bestellung der Airlines storniert. Aufgrund der Lärmbelastung verweigerten einige Staaten sogar eine Überfluggenehmigung.

Relativ geringe Reichweite
Der erste Linienflug Paris - Rio de Janeiro startete am 21.01.1976. Später wurde die Strecke Paris - Caracas mit einem Zwischenstop in Santa Maria bedient. Beide Liniendienste wurden schon im April 1982 wieder eingestellt.  Größere Langstrecken konnten aufgrund der geringen Reichweite vom 6.250 Kilometer nur mit zeitraubenden Zwischenstops bewältigt werden. 16 Überschalljets der Air France und British Airways wurden nur noch auf der lukrativen Nordatlantikstrecke eingesetzt.

Concorde: Flugzeug der Stars und Sternchen
Die britisch-französischen Überschalljets beschränkten sich auf die Ziele New York und Washington D.C. Die Popularität litt jedoch nicht darunter - jeder, ob Politiker oder Manager, ließ sich einen Concorde-Flug nicht entgehen. Dauergäste waren Formel-1-Stars und Tennisgrößen. Margret Thatcher nutzte den Wundervogel ebenso wie Queen Elisabeth II. Papst Johannes II reíste mit der französischen  Concorde F-BTSC am 2.5.1989 von Lá Reunion nach Lusaka/Sambia.


Europa -New York In dreieinhalb Stunden
In der Regel dauert eine Atlantiküberquerung mit der Concorde dreieinhalb Stunden, oft ging es sogar schneller. Selten wurden 3 Stunden benötigt. Das sind mehr als 30 Stunden weniger als Charles Lindbergh 1927 bei seiner berühmten Nordatlantiküberquerung benötigt hatte. Wer Europa zwischen 10 und 11 Uhr morgens verließ, konnte rechtzeitig zum Frühstück in New York sein. 

Anfang vom Ende im Jahr 2000
Am 25.07.2000 rollt die Concorde mit der Kennung F-BTSC bei Start auf dem französischen Flughafen Roissy Charles de Gaulles über eine Metall-Lamelle, welches ein zuvor gestartetes Flugzeug verloren hatte. Das Teil zerfetzte einen Reifen bei einer Geschwindigkeit von 324 Stundenkilometern und die Schockwelle reißt ein Loch in Tank Nummer 5. Das ausströmende Kerosin entzündet sich sofort. Die brennende Concorde taumelt ca. 60 Meter über Boden und stürzt über dem Pariser Vorort  Gonesse auf ein Hotel. Ein schleckliches Unglück, bei dem alle 100 - vorwiegend deutsche - Passagiere, vier Besatzungsmitglieder sowie vier Menschen am Boden getötet wurden.

Air France und British Airways rüsteten mit einem Millionenaufwand das Flagschiff um, es erlangte eine Wiederzulassung. Wie bereits beim Erstflug ist das Comeback zur falschen Zeit erfolgt. New York und Washington leiden noch immer an den Folgen der Terroranschläge vom 1999, die Luftfahrt allgemein steckt in der Krise. Nicht genügend Passagieren wollen ca. 8.000 Euro für einen Transatlantikflug zahlen. Am 24. Oktober 2003 wurden alle kommerziellen Flüge eingestellt. Das Kapitel Concorde schloß sich endgültig. Der "Donnervogel" der British Airways wurde auf seinem letzten Flug von einer Staffel der "Red Arrows" nach London begleitet. Heute stehen alle verbliebenen Concorde entweder in Luftfahrt-Museen oder zieren historische Stätten. Im Auto- und Technik-Museum Sinsheim befindet sich Nr. 207 mit der Kennung F-BVFB des Überschalljets.